Textil ABC
Das Textilien ABC: Kleines Lexikon der wichtigsten Stoffe und Begriffe
Wer sich mit Heimtextilien oder Mode beschäftigt, stolpert früher oder später über Begriffe, die wie eine Fremdsprache klingen. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Velours und Samt? Warum schwitzt man in manchen Stoffen schneller als in anderen?
In unserem großen Textilien ABC erklären wir die wichtigsten Fachbegriffe kurz und verständlich. Dabei werfen wir einen kritischen Blick auf Materialien und helfen dir, die richtige Wahl für dein Zuhause und deine Haut zu treffen.
A – Z der Stoffkunde
Atmungsaktivität
Die Fähigkeit eines Materials, Wasserdampf (Schweiß) vom Körper weg nach außen zu leiten. Naturfasern wie Baumwolle, Wolle oder Leinen sind hier unschlagbar, da sie für ein angenehmes Hautklima sorgen, ohne die Hitze zu stauen.
Bio-Baumwolle
Baumwolle, die ohne den Einsatz von synthetischen Pestiziden oder Kunstdünger angebaut wird. Sie ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch sanfter zur Haut und frei von bedenklichen Rückständen. Wird oft von GOTS zertifiziert, welche die strengste Zertifizierung von Bio-Baumwolle ist (deutlich höher wertig wie OEKO-Tex).
Elastan
Eine in Amerika erfundene, extrem dehnbare Kunstfaser (= hohe "Elastizität"), die oft beigemischt wird, um Kleidung formstabil zu halten. Kann je nach Herstellung bis ins Siebenfache gedehnt werden und kehrt im Anschluss wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Vorteil: gute Passform, kann je nach Herstellung bis ins Siebenfache gedehnt werden und kehrt im Anschluss wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Nachteil: Leider handelt es sich um ein rein synthetisches Produkt auf Erdölbasis. Elasthan nimmt kaum Feuchtigkeit auf und trägt zur Mikroplastikbelastung bei, wenn es gewaschen wird.
Flächengewicht
Flächengewicht ist die Bezeichnung für die Stoffdichte und wird in g/m² (Gramm pro Quadratmeter) oder auch gsm (in Englisch für "Grams per Square Meter") angegeben. Je höher dieser Wert, desto dicker, schwerer und meist auch hochwertiger ist das Textil.
- Leichte Stoffe (z. B. Sommerbettwäsche, T-Shirts): ca. 120–160 g/m²
- Mittelschwere Stoffe (z. B. Jersey, Pyjamas, Alltagskleidung): ca. 160–250 g/m²
- Schwere Stoffe (z. B. Frottee-Bademäntel, Handtücher): ca. 300–500 g/m²
Beispiel: Ein Frottee-Bademantel mit 400 g/m² fühlt sich flauschig und voluminös an, speichert Wärme und Feuchtigkeit sehr gut – perfekt für Spa, Sauna oder Zuhause.
Wichtig: Ein höherer gsm-Wert bedeutet nicht automatisch bessere Qualität – entscheidend sind auch das verwendete Material (z. B. Baumwolle vs. Mikrofaser) und die Verarbeitung.
Frottee
Ein Gewebe mit speziellen Schlingen, die das Volumen vergrößern und somit viel Flüssigkeit aufnehmen können. In einer besonderen Webstruktur werden lose und straffe Fäden werden miteinander verzwirnt mit dem Resultat einer schlingenartigen Oberfläche und einem Stoff mit hoher Festigkeit bei relativ geringem Gewicht. Klassischerweise bekannt von Handtüchern und Bademänteln. Hochwertiges Frottee besteht aus reiner Baumwolle, es gibt aber auch Frottee aus Polyester (= Kunstfaser) oder Baumwoll-Kunstfaser Mischungen.
Gekämmte Baumwolle
Ein Qualitätsmerkmal bei Baumwollgarnen. Vor dem Spinnen werden die Fasern gekämmt, um kurze Fasern und Verunreinigungen zu entfernen. Das Ergebnis ist ein besonders glatter, reißfester und weicher Stoff.
GSM (Grams per Square Meter = Gramm pro Quadratmeter)
siehe Flächengewicht
Interlock
Eine Strickart, bei der zwei Lagen miteinander verbunden werden. Interlock-Jersey ist dadurch dicker, weicher und strapazierfähiger als normaler Single Jersey und verzieht sich nicht so leicht an den Rändern. Interlock kann sowohl aus Naturfasern als auch aus Kunstfasern gefertigt werden und zeichnet sich durch eine weiche, wenig dehnbare Textur aus.
Jacquard
Stoffe mit aufwendigen, eingewebten Mustern. Diese werden nicht aufgedruckt, sondern durch eine spezielle Webtechnik (Jacquard-Webstuhl) erzeugt. Jacquard wirkt sehr edel und ist langlebig und wurde nach dem französischen Seidenweber Joseph-Marie Jacquard benannt, der 1805 eine entsprechende Webmaschine erfand.
Jersey
Ein weicher, oft elastischer Strickstoff (Maschenware), der häufig für Bettwäsche oder T-Shirts verwendet wird. Er ist bügelfrei und schmiegt sich gut an. ELEVAVIDA bietet Babymützen aus Jersery Stoff an. Der Name stammt von der britischen Kanalinsel Jersey, wo der Stoff erstmals hergestellt wurde. Sowohl Naturfasern als auch Kunstfasern können zum Jerseystoff verarbeitet werden – oftmals auch als Mischgewebe (Baumwolle & Elasthan)
Kunstfasern
Sammelbegriff für chemisch hergestellte Fasern (z. B. Polyester, Polypropylen, Polyacryl). Vorteil: leicht und kostengünstiger in der Herstellung als Naturfasern. Kritik: Aufgrund ihres sehr geringen Feuchtigkeitsgehaltes haben Kunstfasern oft den großen Nachteil, eine unerwünschte statische Aufladung bei Reibung hervorzubringen. Zudem sind sie meist nicht biologisch abbaubar und fördern Schweißgeruch, da Bakterien auf der glatten Kunststoffoberfläche gut gedeihen. Auch Hautreizungen können auftreten und Mikroplastik gegelangt durch das Waschen in die Umwelt. Eventuell nicht der Körper auch Chemikalien und Weichmacher über die Haut auf. Unterwäsche sollte nicht aus Kunstfasern getragen werden. Auch das Waschen bei hohen Temperaturen mögen manche Kunstfasern nicht.
Leinen
Eine der ältesten Naturfasern, gewonnen aus dem Flachs. Leinen ist extrem robust, formbeständig, flusenfrei und hat einen kühlenden Effekt im Sommer. Die charakteristische, edle Knitteroptik ist ein Qualitätsmerkmal.
Longsleeve
Die englische Bezeichnung für ein Langarm-T-Shirt. Im Heimtextilbereich oft als Oberbegriff für leichte Schlafanzug-Oberteile oder Loungewear verwendet.
Lycra
Ein bekannter Markenname für die Kunstfaser Elastan. Auch hier gilt: Trotz der hohen Dehnbarkeit handelt es sich um eine Plastikfaser, die die Hautatmung behindern kann und ökologisch bedenklich ist.
Mikrofaser
Microfasern gehören zu den Kunstfasern und ist ein Stoff aus extrem feinen Fäden, die dichter sind als Seide. Meistens bestehen Mikrofasern jedoch aus Polyester oder Polyamid. Vorteil: es ist leicht und billig herzustellen. Nachteil: Sie laden sich oft statisch auf, ziehen Staub magnetisch an und fühlen sich für viele Menschen auf der Haut unangenehm "künstlich" an. Siehe auch "Kunstfasern".
Modal
Eine Faser aus Zellulose (meist Buchenholz), die chemisch umgewandelt wird. Sie ist weicher als Baumwolle, zählt aber zu den Regeneratfasern. Der chemische Herstellungsprozess ist aufwendig. In der Regel wird für die Herstellung Buchenholz verwendet, ein natürlich nachwachsender Rohstoff, wodurch der Stoff besonders umweltfreundlich wird.
Naturfaser
Naturfaser ist ein Sammelbegriff für pflanzliche, tierische oder mineralische Faserrohstoffe. Vegane Naturfasern sind z. B. Baumwolle, Hanf, Leinen, oder Bambus. Tierische Fasern sind: (Schafs-)Wolle, Alpaka-Wolle oder Seide.
Nylon
Der Handelsname für die erste reine Synthetikfaser (Polyamid). Nylon ist zwar reißfest, aber als Kleidungsstück oder Bettwäsche oft problematisch: Es nimmt keinen Schweiß auf, klebt bei Hitze an der Haut und begünstigt statische Aufladung ("fliegende Haare").
Oeko-Tex-Standard
Ein Zertifizierungssystem für Textilien. Der "Standard 100 by OEKO-TEX" garantiert, dass das Endprodukt auf Schadstoffe geprüft wurde und gesundheitlich unbedenklich ist. Es handelt sich jedoch nicht um ein Prüfung auf biologisch angebaute Naturfasern. Auch Kunstfasern können nach Oeko-Tex Standard zertifiziert sein.
Paspel / Paspelierung
Eine Paspel ist ein schmaler Stoffstreifen, in den oft eine Kordel eingelegt ist. Die Paspelierung bezeichnet den Vorgang, diesen Streifen in eine Naht einzunähen. Dies dient als dekorativer Abschluss an Kissen, Decken oder Kleidungsstücken und verstärkt gleichzeitig die Kante.
Polyamid
Eine synthetische Faser, die sehr reiß- und scheuerfest ist. Nachteil: Wie alle Kunststoffe bietet Polyamid keinen Nährboden für ein gesundes Hautklima. Feuchtigkeit staut sich, und das Material neigt stark zur elektrostatischen Aufladung.
Polyester
Die weltweit am häufigsten verwendete Kunstfaser. Vorteil: Sie ist billig in der Herstellung und pflegeleicht. Nachteil: Polyester ist im Grunde Plastik. Man schläft oder kleidet sich in Erdöl. Das Material ist nicht atmungsaktiv, fördert Schwitzen und gibt bei jeder Wäsche Mikroplastik ins Abwasser ab.
Polypropylen
Eine sehr leichte Kunstfaser, die oft für Sportwäsche oder Teppiche genutzt wird. Sie nimmt fast gar keine Feuchtigkeit auf. Das führt dazu, dass Schweiß nicht im Stoff gespeichert wird, aber das Tragegefühl ist oft sehr synthetisch und "rutschig".
Raglan-Schnitt / Raglanärmel
Eine spezielle Schnittform, bei der die Ärmelnaht nicht an der Schulter endet, sondern schräg bis zum Halsausschnitt verläuft. Das erhöht die Bewegungsfreiheit und vermeidet störende Nähte auf der Schulterhöhe. Sitz besser am Körper, kostet aber auch mehr in der Herstellung, da mehr Materialabfall entsteht. ELEVAVIDA® bietet alle Bademäntel mit Raglan-Ärmeln an.
Samt
Ein Gewebe mit einem darüberliegenden Fadenflor, der den Stoff weich und glänzend macht. Historisch aus Seide, heute oft aus Baumwolle oder leider auch aus Synthetik (Polyester, Polyamid oder anderen synthetischen Chemiefasern).
Satin
Bezeichnet eine Webart (Atlasbindung), die eine glänzende Ober- und eine matte Unterseite erzeugt. Wichtig: Satin kann aus hochwertiger Baumwolle (Mako-Satin), Seide oder aus billigem Polyester bestehen. Letzteres ist rutschig, lädt sich elektrisch auf und lässt die Haut nicht atmen.
Seamless
Bedeutet "nahtlos" im englischen. Textilien, die in einem Stück rundgestrickt werden (z. B. Unterwäsche). Oft werden hierfür jedoch hohe Anteile an Kunstfasern benötigt, um die Form zu halten, was den Tragekomfort bei Wärme mindern kann. Vorteil: kneift nicht und zeichnet sich selbst unter eng anliegender Kleidung nicht ab.
Seide
Eine tierische Faser aus dem Kokon der Seidenraupe. Seide ist Temperatur-ausgleichend (kühlt im Sommer, wärmt im Winter) und hat einen edlen Glanz. Sie ist allerdings empfindlich in der Pflege.
Single Jersey
Ein einflächiger Strickstoff, der auf einer Seite rechte und auf der anderen linke Maschen zeigt. Typischer T-Shirt Stoff. Er ist dünner und weniger elastisch als Interlock, aber sehr luftig. Kann sowohl aus reinen Naturfasern als auch aus Kunstfasern hergestellt werden, daher aufpassen, was man da kauft.
Tencel
Ein Markenname für Lyocell und wird industriell hergestellt von der Firma Lenzing AG. Eine Faser aus Eukalyptusholz (= Cellulosefaser) oder aus Buchen- und Fichtenfasern aus FSC zertifzierter Holzwirtschaft, die besonders umweltfreundlich in einem geschlossenen Kreislauf hergestellt wird. Sie kann Feuchtigkeit extrem gut transportieren. Der Wasserverbrauch soll circa 20-mal niedriger als bei der Verarbeitung von Baumwolle.
Velours
Der französische Begriff für "Samt", wird heute aber oft für Stoffe verwendet, deren Oberfläche aufgeraut wurde (z. B. Veloursleder oder Velours-Teppiche). Es fühlt sich weich an, ist aber empfindlicher gegen Druckstellen. Velour kann aus Baumwolle oder aus Kunstfaser hergestellt werden. Das Material wird am Ende "rasiert" wodurch mehr Materialabfall entsteht und auch die Herstellkosten ca. 30 % höher als für Frottee liegen.
Viskose
Eine Faser aus natürlicher Zellulose (Holz), die industriell hergestellt wird. Sie fällt fließend und glänzt seidig. Da sie chemisch verarbeitet wird, ist sie im nassen Zustand oft weniger reißfest als Baumwolle. Die aus Cellulose gewonnene Faser sollte ursprünglich Seide ablösen und wird von daher häufig auch als Kunstseide bezeichnet.
Zwirn
Entsteht, wenn zwei oder mehr einzelne Garne miteinander verdreht werden. Zwirn ist wesentlich reißfester und gleichmäßiger als einfaches Garn.
Fazit
Die Wahl des Materials entscheidet über Wohlbefinden und Nachhaltigkeit. Während Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen Hautfreundlichkeit garantieren, fallen Kunstfasern wie Polyester oder Nylon vor allem durch Nachteile auf wie statische Aufladung, fehlende Atmungsaktivität sowie Verbreitung von Mikroplastik in der Umwelt und unseren Körper auf (durch einatmen oder durch Aufnahme über die Haut). Ein Blick auf das Etikett lohnt sich also immer!
Bei ELEVAVIDA® versuchen wir so weit es geht auf Kunstfasern zu verzichten und Naturmaterialien zu verwenden, damit sich das Mikroplastik nicht immer weiter in unserem Körper und unserer Umwelt verbreitet.
